Barrierefreier Ausbau der Bushaltetstellen

Derzeit verfügen bereits ca. 192 von 557 Bussteigen im Stadtgebiet von Koblenz über erhöhte Bordsteine mit mindestens 16 cm Höhe oder mehr.  Die bestehenden Bussteige mit erhöhten Bordsteinen weisen aber zum Teil Mängel im barrierefreien Ausbau auf. So fehlen z. B. Bordsteinabsenkungen, Aufenthaltsflächen sind zu eng oder taktile Bodenbeläge fehlen. Diese Bushaltestellen werden daher künftig nochmals auf den aktuellen Standard angepasst.

Der Um-/Ausbau der noch nicht barrierefreien Bushaltestellen gemäß dem aktuellen Standard der Barrierefreiheit stellt eine große Herausforderung dar. Für die Realisierung ist ein Zeitraum von zehn Jahren vorgesehen. Die Verpflichtung für den Aus- und Umbau sowie die Instandhaltung der Infrastruktur aller Haltestellen im gesamten Stadtgebiet wird ab dem 13.12.2020 durch die koveb übernommen. Es ist beabsichtigt bis zu 2 Millionen € pro Jahr dafür zu investieren. Der zeitgleiche Ausbau sehr vieler Bushaltestellen kann nicht erfolgen, da dies an planerischen Kapazitäten aber auch am Betriebsablauf scheitert. Zu viele Baustellen entlang einer Buslinie würden vermutlich immer wieder zu Verspätungen im Linienverkehr und allgemeinen Behinderungen des Straßenverkehrs führen.

Im Zuge des Ausbaus barrierefreier Bushaltestellen werden die hoch frequentierten Bushaltestellen auch mit einer dynamischen Fahrgastinformation (DFI) ausgestattet werden. Hierzu hat die koveb bereits beim BMVI entsprechende Förderanträge gestellt und auch eine erste Bewilligung über 640.000€ erhalten. An den Masten für die DFI-Anzeiger wird es einen Taster geben, mit dem der Fahrgast auch den entsprechenden Informationstext abrufen kann (Text to Speach).

Auch künftig  wird es leider immer wieder vorkommen, dass in einem Linienbus zeitgleich sämtliche Aufstellbereiche bereits mit Rollstuhlfahrern und Kinderwagen belegt sind, so dass der Zustieg weiterer Fahrgäste mit Kinderwagen oder Rollstuhl nicht mehr möglich ist. Für diesen Fall ist organisatorisch Vorsorge getroffen: Das Fahrpersonal wendet sich an die koveb-Verkehrsleitstelle und fordert ein Taxi für diese Haltestelle an, sofern der von der nicht möglichen Mitnahme betroffene Fahrgast dies zuvor dem Fahrpersonal mitgeteilt beziehungsweise angezeigt hat. In der Hauptverkehrszeit löst sich das Problem oftmals dadurch, dass schon nach wenigen Minuten ein nachfolgender Bus an der Haltestelle hält und den Kinderwagen oder den Rollstuhlfahrer aufnimmt.